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Marder

Steinmarder

“Automarder” in Fahrzeugen und/oder in Tiefgaragen

Marder haben in den letzen Jahrzehnten gelernt, dass sich der Motorraum eines Autos gut als Unterschlupf auf nächtlichen Rundgängen nutzen lässt. Hier findet er Deckung und kann sich ein wenig ausruhen. Auch gefangene oder gefundene Beute wird in aller Ruhe im Schutz des Autos verspeist. Der Besitzer des Autos findet dann beim nächsten Öffnen der Motorhaube die Überreste der Mahlzeit. Das ein Marder natürlich gerne auch Tiefgaragen aufsucht, ist mehr als verständlich.
Die Nutzung des Autos durch den Marder kann aber über die Essensreste hinaus, zu weit größeren Problemen führen. Erregt ein Gegenstand im Motorraum die Aufmerksamkeit des Marders, so beschnuppert er ihn und erkundet seine Beschaffenheit mit den Zähnen. Insbesondere Jungtiere haben einen starken Erkundungsdrang und so ein Motorraum ist ein sehr interessanter Spielplatz. Die Kabel, Schläuche und das Dämmmaterial können erheblich darunter leiden.

Betritt ein Marder einen Motorraum, hinterlässt er dort Duftmarken, was diese Fläche als Teil seines Reviers ausweist. Wird ein solcherart markiertes Fahrzeug in das Revier eines anderen Marders geparkt, provoziert der nichtsahnende Autofahrer hierdurch die Wut des dortigen Marders. Dieser geht von einer Verletzung seines Reviers aus und beißt in Ermangelung des Eindringlings in alle weichen Dinge. Hierbei werden Schläuche nachhaltig geschädigt, kleinere Schläuche teils auch stückweise herausgebissen. Isoliermittel der Motordeckel dienen als Polstermaterial und werden zwischen Bauteile des Motorraumes gestopft. In Tiefgaragen kann sich dieses Problem schneller entwickeln, als auf einer öffentlichen Straße oder innerhalb eines Grundstücks. Der Marder fühlt sich in der Tiefgarage meist ungestörter und kann sein “Werk” verrichten.

Steinmarder unterliegen dem Jagdrecht und sind in einem Großteil ihres Verbreitungsgebietes recht häufig, sie zählen nicht zu den bedrohten Arten.

Lebensweise der Steinmarder

Steinmarder sind “Gewohnheitstiere”. Hat sich einmal ein Tagversteck, zum Beispiel ein Dachboden oder eine Dachkonstruktion, als geeignet erwiesen, wird es vom Steinmarder regelmäßig zum Schlafen aufgesucht. In solchen Dächern können sich über die Jahre enorm große Kotansammlungen und Kadaver-Restmengen anhäufen und unerträglichen Geruch durch stetes Urinieren und Markieren der Marder entwickeln.
Interessant ist, dass der Marder immer mehrere Unterschlupfmöglichkeiten in seinem Revier für jeweils eine bestimmte Zeitspanne benutzt. Nach Tagen oder Wochen wechselt er den Unterschlupf und sucht ihn erst nach Wochen oder Monaten erneut auf. Es ist bekannt, dass nach dem Tod eines Marders der Nachfolger durch die Duftmarken seines Vorgängers rasch dessen Verstecke findet und fortan nutzt (freies Revier). Hierdurch können Dächer oder Scheunen über Jahrzehnte von Mardern bewohnt werden.
Marder sind gute Kletterer. Sie sind in der Lage, Rauhputzwände hochzuklettern, ebenso nutzen sie gegebene Aufstiegshilfen wie Bäume, Sträucher, Hecken, angrenzende Bauten etc. Als Eingänge in die Dächer benötigen sie Öffnungen von maximal 6 bis 8 Zentimetern. Da sie in den Dächern Kot sowie einen charakteristischen Geruch hinterlassen, lässt sich die Ursache des nächtlichen Lärmes bei gezielten Nachsuchen gut feststellen.
Auch anhand der Trittsiegel und Schmutzabriebe, die Steinmarder im Dachboden, auf Schnee und feuchter Erde, an Fassaden, Bäumen etc. hinterlassen, kann man Marder erkennen. Steinmarder haben fünf Zehenballen sowie nicht einziehbare Krallen. Katzen dagegen können ihre Krallen einziehen, man sieht sie daher nicht im Trittsiegel, und sie hinterlassen nur den Abdruck von vier Ballen.